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6 malerische Orte in Andalusien, die du besuchen solltest

Andalusien ist eine der größten und zugleich abwechslungsreichsten Regionen in Spanien. Das liegt auch an seiner besonders langen maurischen Geschichte. Alle Klischees, die wir mit Spanien verbinden, konzentrieren sich insbesondere in Andalusien: Stierkampf, Flamenco und weiße Dörfer eingebettet in einer rauen Sierra. Den sonnigen Süden Spaniens muss jeder mindestens einmal im Leben gesehen haben. Welche sechs malerischen Orte Du dort unbedingt besuchen solltest, das sagen wir Dir hier.

Málaga – eine Stadt mit einer langen Geschichte

Málaga ist die zweitgrößte Stadt Andalusiens. Der internationale Flughafen und der florierende Hafen tragen sicher ihren Anteil dazu bei. Um dem Charme dieser Stadt endgültig zu verfallen, solltest Du den Aufstieg zur mächtigen Alcazaba von Málaga (Maurenfestung) auf Dich nehmen, weil Du von dort oben den grandiosen Überblick auf die Altstadt, den Hafen und die Stierkampfarena genießen kannst. Und als schöne Erinnerung nimmst Du Dir einen früchtigen, sonnenreifen Málagawein mit nach Hause.

Granada ist der Ort Deiner Träume

Die Alhambra ist die Perle Granadas und zugleich berechtigtes UNESCO-Weltkulturerbe. Der hohe Festungsturm „Alcazaba“ aus dem 13. Jahrhundert mit seinen vielen engen Steinstufen gehörte zu den ersten Gebäuden der Anlage, die noch gegen Ende der arabischen Herrschaft über Spanien von den Kalifen der Nasriden-Dynastie errichtet wurde. Das Gelände um die Alhambra ist recht riesig, hier verlierst Du leicht jedes Zeitgefühl, weil Dich die Schönheit der filigranen maurischen Kunst überwältigt. Als besonderes bauliches Merkmal gelten hier die Stalaktitengewölbe an den Decken und die schönen Keramikarbeiten an den Böden und Wänden.

Generalife kann man übersetzen mit „Garten des erhabenen Paradieses“. Hierbei handelt es sich um die Sommerresidenz der Nasriden, eine schöne, relativ hoch gelegene Parkanlage gegenüber der Alhambra, deren weltberühmte Wasserbecken mit den grazilen, bogenförmigen Wasserspielen jeder mal gesehen haben sollte.

Córdoba ist die stimmungsvolle Stadt am Guadalquivir

Córdoba war die Hauptstadt des ehemaligen Kalifats Al Andalus und ihre einstige Pracht ist auch heute noch zu spüren. Jenseits der Altstadt und des Flusses Guadalquivir kannst Du sogar einen Parkplatz finden, falls Du mit dem Auto dorthin fährst. Von dort aus gestaltet sich die Überquerung der imposanten Puente Romano mit ihren originalen, soliden, römischen Grundpfeilern (nur für Fußgänger) wie Dein triumphaler Einmarsch in die Stadt. Diese breite Brücke geleitete Dich in die historische Altstadt, direkt zum Eingang in die berühmte Mezquita.

Sie war zunächst einmal eine maurische Moschee, die ungefähr im Jahre 800 n. Chr. gebaut wurde. Besonders imposant darin ist der „Wald“ von regelmäßig verteilten Säulen innerhalb eines sehr weitläufigen, überdachten und etwas düsteren Areals. Nach der Rückeroberung durch die Christen entstand im 16. Jahrhundert inmitten der Mezquita die berühmte Kathedrale von Córdoba. Eine hohe, lichtdurchflutete, ovale Kuppel, was sehr ungewöhnlich ist, thront nun dominant auf den Säulen der arabischen Bauherren. Wir haben es hier tatsächlich mit einem ganz einmaligen, beeindruckenden und geradezu auch symbiotischen Bauwerk zu tun.

Direkt am Rande der Altstadt befindet sich der Alcázar de los Reyes Cristianos. Das war zunächst die Residenz der katholischen Könige (Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon) während des Endkampfes gegen das noch maurische Granada. Danach war es der Sitz der Inquisition und Gefängnis. Im Inneren der Mauern befindet sich heute eine schöne, große Gartenanlage mit Wasserbecken und Springbrunnen, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Sevilla ist die Hauptstadt Andalusiens und versprüht einen besonderen Charm

Der erste kulturelle Höhepunkt ist hier das Real Alcázar, das Pedro I. ab 1364 erbauen ließ. Dieser Mann war nicht nur ein grausamer, katholischer Rückeroberer, sondern er war auch kulturell bewandert und pflegte sogar gute Kontakte mit den Nasriden in Granada. Da wurden nicht alle Araber blind vertrieben, sondern man nutzte intelligent ihre handwerklichen Fähigkeiten und ihre Schaffenskraft. Da gab es dann tatsächlich „jene, die Bleiberecht haben“, übersetzt heißt das: „Mudéjar“.

So ist es gar nicht verwunderlich, dass der christliche Palast in seiner Bauweise und der künstlerischen Gestaltung im Inneren nicht nur frappierend an die Alhambra erinnert, sondern diese an Schönheit noch übertrifft. Man irrt dort fasziniert durch viele Gänge und Innenhöfe (Patios), die unübersichtlich wie ein Labyrinth sind. Direkt daran angeschlossen ist selbstverständlich wieder eine wunderschöne, halbschattige Parkanlage, wo Deine müden Füße und Augen eine erholsame Pause machen können.

Gleich neben der Kathedrale von Sevilla kannst Du eine romantische Kutschfahrt starten, vorbei an dem schönen, historischen Gebäude der ehemaligen Marineschule und der königlichen Tabakfabrik, wo einst die stolze Carmen allen Männern den Kopf verdrehte, direkt zum Maria Luisa Park mit der berühmten Plaza de Espana, wo sich die untergehende Sonne so schön in den kunstvollen Kachelmosaiken spiegelt.

In Marbella treffen sich die Schönen und Reichen

Ein wunderschöner, breiter Strand und eine lange Promenade, ein kleiner Hafen mit teuren Jachten und eine gut erhaltene Altstadt mit der kleinen Plaza de los Narajos, wo gemütliche Restaurants unter Apfelsinenbäumen ihre Gäste magisch anziehen, die aus den engen, malerischen Gassen auf den zentralen Platz drängen, das in etwa macht den Zauber von Marbella aus. In diesen Gassen spürst Du es, dass nicht Geld allein den Menschen glücklich macht.

Cuevas de Nerja – Andalusiens Unterwelt

Nicht nur Sonne, Meer und Baukunst bestimmen den Charakter Andalusiens, denn es gibt auch die gewaltige Unterwelt der Cuevas de Nerja, eine riesige Dolomit-Tropfsteinhöhle, die die meisten Kathedralen mit ihrem 37 Meter hohen „sala de cataclismo“ in den Schatten stellt. Der Name ist treffend gewählt, denn Du siehst hier die katastrophalen Folgen antiker Erdbeben, die tonnenschwere Stalaktiten zum Absturz brachten.


Quellen:

  • „Sevilla & Andalusien“, Reiseführer von Dorling Kindersley
  • Eigene Reiseerlebnisse des Autors

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